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1981
Überragender Uwe
Erfolgreichster Teilnehmer des internationalen Nachwuchs Schwimmfestes im Berliner Sportforum, an dem sich Aktive aus 7 Ländern beteiligten, war der 14jährige Potsdamer Uwe Dassler. Er gewann alle vier Freistilstrecken und die 100 m Rücken. Den Ehrenpreis für die beste Leistung erhielt bei den Mädchen Ute Zerfass (Dynamo Berlin) für ihr 400-m-Freistilresultat von 4:22,74 min und bei den Jungen Uwe Dassler gleichfalls für sein 400-m-Freistilergebnis von 4:09,90 min. (29.11.1981 | unbekannt)
1982
Schnelles Wachstum
Ein Freistiltalent von Format scheint im ASK Potsdam heranzuwachsen. Wenn man das Waschen des Schwimmers wörtlich nimmt, so kann man schon ins Staunen geraten, denn der geborene Ebersbacher hat mit seinen erst 15 Jahren schon die beachtliche „Höhe“ von 1,87 m erreicht. Doch nicht nur die Körpergröße spricht im sportlichen Sinne für seine Zukunft, sondern auch die schon jetzt erstaunliche Erfolgsbilanz. Hier sei nur auf 5 Medaillen bei den diesjährigen Jugend-Europameisterschaften verwiesen. In Innsbruck setzte sich der Hobbyfotograf über 200 und 400 m durch und holte über die 1500-m-Marathondistanz die Silbermedaille. „Bronze“ gab es für den guten Schüler (Lieblingsfächer Geographie und Englisch) in der 4x100-m-Lagen- und der 4x200-m-Freistilstaffel. Der Blondschopf begann in Wildau bei Dieter Müller, kam dann zum ASK nach Potsdam, wo ihn Harry Arndt betreute, ehe er im vergangenen September von Lutz Wanja übernommen wurde. Jugendeuropameister 1982 ein Vergleich mit Speerwerfer Uwe Hohn lag auf der Zunge. „Um im kommenden Jahr bei den Männern schon etwas zu bringen, fehlt mir noch zuviel“, so Uwe dazu. „Ich möchte 1984 dabei sein“. (26.10.1982 / MV)
1985
Uwe Daßler auf dem EM-Thron
Sofia. Der Potsdamer Uwe Dassler holte gestern bei den Europameisterschaften im Schwimmen die erste Goldmedaille für die Männer unseres Landes. Er gewann etwas überraschend die 400 m Freistil in guten 3:51,52 min mit nur zwei Hundertstel Sekunden Vorsprung vor seinem Mannschaftskameraden Sven Lodziewski. Uwe teilte sich das Rennen ausgezeichnet ein.
1986
Das ausgefallene Duell findet im August statt - Die Bilanz zwischen Dassler und Salnikow steht 1:3 (von Wolfgang Richter) Drei freudige Ereignisse überkamen Uwe Dassler in diesem Jahr schon. Jüngst wurde der Doppeleuropameister von 1985 über 400 und 1500m Freistil als Verdienter Meister des Sports geehrt, in einer Journalistenumfrage war er zum Schwimmsportler des Jahres 1985 gekürt worden, und Anfang Februar bezwang er erstmals den besten Langstreckenkrauler der Welt, Wladimir Salnikow (UdSSR), auf der 400-m-Distanz in Paris.Der Feldwebel der NVA lässt reales Selbsteinschätzungsvermögen durchblicken, wenn er sagt: „Bester Schwimmsportler des Jahres das ist eine große Ehrung für mich, denn ich hätte nie geglaubt, das es einer werden kann, der nur bei einem Höhepunkt schnell schwimmt. Ich hätte eher auf solche Schwimmer wie Dirk Richter oder Jörg Woithe getippt, die über etliche Jahre mit stabilen Spitzenleistungen aufwarten.“ Jedoch: Nicht sie, sondern er wurde in Sofia Europameister, was den Ausschlag gab.Der gerade 19 Jahre alt gewordene Potsdamer ASK-Schwimmer war voller Erwartungen zum traditionellen Schwimm-Länderkampf nach Leningrad gereist, hoffte er doch dort auf ein neuerliches Duell mit Wladimir Salnikow. Aber der 1500-m-Weltrekordler hatte eine ehrenvolle Aufgabe zu erfüllen er gehörte Komsomoldeligation beim XXVII. Parteitag der KpdSU an. So gewann Uwe Dassler unangefochten beide Langstrecken wie bei den Europameisterschaften in Abwesenheit des großen Konkurrenten.„In den direkten Vergleichen habe ich dreimal verloren und einmal gewonnen“, bilanzierte er die bisherigen Duelle, wobei er keinen Hehl daraus machte, dass er sich diesmal Siegchancen ausgerechnet hatte. Dabei überschätzt er seinen Erfolg von Paris in keiner Weise. „Mit Wladimir ist immer zu rechnen. Er hat so viele Wettkampferfahrungen, dass er in der Lage ist, sich zu den Höhepunkten enorm zu steigern. Und wenn er sich entschlossen hat, nach seiner langen Verletzungs- und Krankheitspause doch noch weiterzumachen, dann ist das ein durchdachter Entschluß. Auf jeden Fall wird es sehr, sehr schwer, gegen ihn zu gewinnen.“ Seine ausgezeichnete 400-m-Freistil-Siegerzeit von 3:51,04 min bei den UdSSR-Wintermeisterschaften kurz vor dem Länderkampf unterstreicht das nur. Zum Vergleich: In Leningrad benötigte Dassler 3:52,82 min, allerdings ohne die stimulierende Salnikow-Konkurrenz.Der tempramentvolle junge Mann aus dem Berliner Vorort Wildau war über das Schulschwimmen in das Trainingszentrum der BSG KIM Königs Wusterhausen zu den Übungsleitern Peter Schütze und Dieter Müller gekommen. Als Geschenk bei der Aufnahme in das Kollektiv gab es einen Eierpieker, erinnert er sich, weiß aber nicht mehr zu sagen, ob damit symbolisch sein Ehrgeiz oder sein Appetitt auf die KIM-Eier angestachelt werden sollte. Ersteres schien anfangs angeraten, denn allzu große Lust zum regelmäßigen Training hatte der kräftige Bursche nicht, wollte sogar aufhören. Aber mit den schnelleren Zeiten wuchs auch der Spaß. Und dann beim ASK Potsdam fand er in Lutz Wanja einen erfahrenen und einfühlsamen Trainer.Und dennoch sieht er zum Beispiel in seiner Einsatzbereitschaft noch Reserven und sagt auch selbstkritisch: „Manchmal macht man noch so unüberlegte Sachen.“ Überlegend fügt er hinzu: „Die hervorstechenden Eigenschaften prägen sich wahrscheinlich erst im Laufe von Jahren heraus.“ Dabei hat er seinen älteren Freund Dirk Richter im Auge. „Seine Einsatzbereitschaft und Zielstrebigkeit beeindrucken mich. Ich kann mir viel von ihm in dieser Beziehung absehen.“Nun hofft Uwe Dassler auf den 22. und 24. August. Dann erst könnte es bei den Weltmeisterschaften in Madrid zu dem Duell über 400 und 1500 m Freistil kommen. (15./16. März 1986 | Neues Deutschland)
1988
Beifall und Daumendrücken für die „Größten“ des ASK
Uwe Dassler und Patrick Kühl Gäste im JugendfreizeitzentrumOlympiakandidaten hatte sich das Potsdamer Jugendfreizeitzentrum am Schlaatz zu einem Diskussionsabend am vergangenen Donnerstag eingeladen. Mit den Schwimmern Uwe Dassler und Patrick Kühl waren dabei die wohl mit über 1,90 m „Größten“ des Potsdamer ASK gekommen. Beide hegen berechtigte Hoffnungen, im September in Soul dabeizusein. An diesem Abend nun berichteten sie zunächst über ihren Werdegang. Immerhin sind beide aus unserem Bezirk, Uwe aus Wildau und Patrick aus Ludwigsfelde, hervorgegangen. Während Uwe Dassler im Herbst argen Trainingsrückstand erlitt durch eine Erkrankung, kam Patrick Kühl gut über die Wintersaison. Beide aber haben bereits in den vergangenen Wochen wieder aufhorchen lassen, Patrick konnte über 400 m Lagen, seiner Spezialstrecke, einen neuen DDR-Rekord für Kurzbahnen in 4:13,59 min erzielen. „Für mich war das überraschend“ meinte er dazu, „weil ich eigentlich bisher auf der 25-m-Bahn nicht so gut zurecht kam. Aber eine solche Zeit macht Mut für den weiteren Saisonverlauf.“ Auch beim NOK-Schwimmfest hatte er ja mit einem Sieg über Weltklasseschwimmer seine schon frühe „Olympiaform“ unter Beweis gestellt. Anders die Ausgangsbasis natürlich für Uwe Dassler, der sich nach seiner Krankheit erst wieder heranarbeiten musste. „Mein Sieg über 1500 m Freistil im Länderkampf gegen die Sowjetunion zeigte mir, dass ich wieder an alte Leistungen anknüpfen kann“, meinte er selbst dazu. Wenn bei uns über Olympia gesprochen wurde, dann spielt auch Potsdam eine wichtige Rolle. Denn die DDR-Meisterschaften, die hier vom 19. bis 24. Juli in der Schwimmhalle am Brauhausberg stattfinden, werden der entscheidende Nominierungswettkampf für die Olympiateilnahme sein. „Da heißt es, auf die Minute topfit zu sein“, meinte dazu Uwe Dassler. Auf die Frage, wie er den ersten polnischen Weltrekord in der Schwimmgeschichte durch Artur Wojdats aufgenommen habe, antwortete Uwe: „Als ich die Nachricht las, habe ich ganz schön geschluckt. Immerhin habe ich bei den Europameisterschaften noch reichlich zwei Sekunden Vorsprung vor ihm gehabt. Wojdat war damals Vierter, Ich sagte mir, schau mal an, was für ein flottes Tempo man schon anschlägt. Da musst du mitgehen!“Patrick Kühl antwortete auf die Frage, wie er sich immer täglichen Training immer wieder motiviere, um auch hier Höchstleistungen zu bringen: „Wenn man einmal gespürt hat, wie schön es ist, zu gewinnen, dann weiß man, wofür man trainiert, sagt sich, das muß sein, um erfolgreich zu bestehen.“ Mit herzlichen Beifall wurden die beiden ASK-Athleten verabschiedet, wobei besonderes Daumendrücken der Nominierung für die Olympischen Spiele galt. „Wir hoffen“, so die Gastgeber vom Jugendfreizeitzentrum, „euch als olympische Medaillengewinner im Herbst hier wieder begrüßen zu können!“ (11.4.1988 / MV)
Seoul 1988
Die Männer konnten sich zu Recht über ihr Ergebnis von Seoul freuen. Mit einer Gold-. Drei Silber- und zwei Bronzemedaillen übertrafen sie das Resultat ihrer Vorgänger bei den früheren Olympischen Spielen. Das eine Olympiasieg wie der von Uwe Dassler in unserem Schwimmsport aber noch immer etwas Besonderes darstellt, beweist ein Blick in die Annalen:Nur der überragende Erfurter Rückenschwimmer Roland Matthes- 1968 und 1972 viermal Sieger- und der Berliner Freistilsprinter Jörg Woithe 1980 standen vor dem Potsdamer Armeesportler auf dem obersten Siegerpodest. Der 21jährige Unterleutnant der Nationalen Volksarmee verlieh zudem seiner Goldmedaille, die er im 400-m-Freistilrennen gewann, noch mit einem Weltrekord zusätzlichen Glanz.Mit 3:46,95 min unterbot er die Weltbestmarke von Artur Wojdat aus Polen um 57 Hundertstelsekunden und war damit auf dieser Strecke überhaupt erst der zweite DDR-Schwimmer, dem solches gelang.Bei der Europameisterschaft 1996 in Utrecht war es ebenfalls ein Armeesportler gewesen, der Weltrekord schwamm. Doch für seine damaligen 4:11.1 min hätte Frank Wiegand 1988 in Seoul nicht einmal mehr bei den Damen eine Medaille gewonnen.Sein Nachfolger, Uwe Dassler, fand in Wildau bei Berlin zum Schwimmsport. Bereits Europameister von 1985 und 1987 auf dieser Distanz, konnte man ihm in Seoul auch einen olympischen Erfolg zutrauen. Er beließ es jedoch nicht dabei, sondern legte sich im Olympic Indoor Swimming Pool einen kompletten Medaillensatz zu. Es begann mit einer Silbernen in der 4x200-m-Freistilstaffel, in der er als Startschwimmer ein großes Rennen absolvierte und mit 1:48,26 min DDR-Rekord über 200 m schwamm.Zwei Tage später bewährte er sich im 400-m-Freistilfinale, und nach einem weiteren Tag Pause beendete er schließlich auch noch die 1500 m Freistil als Dritter. Beeindruckend in allen drei Wettbewerben sein taktisches Herangehen. Besonders über 400 m Freistil machte sich seine Geduld bezahlt, mit seinem entscheidenden Vorstoß bis zur letzten Bahn warten zu können. Ohne Zweifel kostete es nicht geringe Nervenkraft, einen so hervorragenden Athleten wie Schwedens 200-m-Freistil-Europameister Anders Holmertz zuerst einmal beinahe eine Körperlänge davonschwimmen zu sehen und sich trotzdem auf die eigene Stärke-nämlich über ausreichend Stehvermögen und einen guten Schlussspurt zu verfügen- zu besinnen. Dafür wurde Uwe Dassler mit dem Gewinn der olympischen Goldmedaille aber auch reich belohnt. (Auszug aus Sóul 1988 / Sportverlag Berlin)

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